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© 2005 Núria Añó. All rights reserved.
Seite erstellt am 26.07.2014. Aktualisiert am 14.04.2016
 
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DV domestic violence stories
nachts vom Schlafen ab: dass sie ihn für jemand anderes oder für ein Bündel Geld verlassen würde. Nach einem harten Arbeitstag würde der Ehemann in die Küche gehen und das einzige was er bemerkte war, dass die Küche eiskalt war. Das, und das Seifenreste in der Spüle waren. Der Mann wartete am Tisch, die Arme gekreuzt, und nach einer angespannten Viertelstunde Warten begrub er seinen Kopf in seinen Händen. Einen Tag schloss er seine Jacke und rannte die Treppe hinunter so schnell er konnte, seine Frau und seine Arbeit, hauptsächlich aber seine Frau, verfluchend. Oftmals ging er in die Kneipe, um seinen Kummer zu ertränken. Der Sohn gewöhnte sich auch daran, in der Schule zu essen. Aber an diesem Nachmittag ging er direkt in den Laden und bat Anna, ihre lächerliche Uniform auszuziehen und nach Hause zu kommen. Aber Anna antwortete nur "Kommt nicht infrage!" Sie brauchte den Job, um die Rechnungen zu
zahlen, Anziehsachen und Schulbücher für den Jungen zu kaufen, und Privatunterricht für den Jungen zu bezahlen. Als es spät wurde, fuhr Anna fort Geschenke einzupacken. Es war fast neun Uhr als sie den Schlüssel im Schloss drehte und kaum hatte sie die Tür aufgemacht, bekam sie auch schon die erste Prügel. Danach musste sie Abendessen machen, obwohl sie einen ausgerenkten Arm hatte.

Auch in einer kleinen Wohnung gibt es immer genug Hausarbeit zu tun. Die Stimme des Ehemannes ist störend, innerhalb, als auch ausserhalb der Wohnung. Sogar die Nachbarn kennen seine Stimme inzwischen, obwohl er eigentlich nicht viel Kontakt zu ihnen hat. Die paar Sachen die Anna noch erledigen muss und auf später verschoben hatte sind das Bett, das sie morgens als erstes macht, eine Maschine mit Wäsche, die sie vom Boden aufhebt und die sie später Stück für Stück zum Trocknen auf den kleinen Balkon hängen wird, von dem man Aussicht auf den Innenhof hat. In der Frühe räumt sie die Wohnung auf, lüftet Schlaf- und Esszimmer, putzt und schrubbt den Boden auf allen vieren, weil man so auch in alle Ecken kommt. Später macht sie eine Liste über die Sachen die sie brauchen und kauft kurz ein, immer darauf bedacht, wieviel Geld sie ausgeben kann. Und bevor der Boden getrocknet ist, macht sie Mittagessen, schaltet den Fernseher ein, faltet und bügelt die Wäsche, und plötzlich ist ihr Ehemann schon da. Seine Augen und Gesichtsausdruck machen es klar, dass er auf etwas wartet, was nicht bedeutet, dass er auf Anna wartet. Sie setzt sich neben ihrem Mann im Esszimmer, wo sie aus Gewohnheit auf den Fernseher starren. Im Gegensatz zum Haus, wirkt der Fernseher beruhigend. Beruhigend sind auch die Kinder von den Nachbarn, die im Innenhof lachend und schreiend mit Steinen schmeissen. Sie selber haben keine Kinder mehr, obwohl sie es in der Vergangenheit versucht haben. Ein Kind haben sie großgezogen. Jetzt ist er weg und bald wird er selber eine Familie gründen, mit dieser eigenen Familie als Vorbild, die einzige, die er je gekannt hat.

An der Wand kann man oft Anna und ihren eingesunkenen Schatten sehen. Dieses Bild erscheint Nacht für Nacht im Doppelbett. Und es erscheint auch oft in der Küche oder im Esszimmer. Und sogar im Waschbecken, wenn sie ihr Gesicht wäscht und abtrocknet. Jeder könnte sehen, dass diese Frau in einem Albtraum lebt. Nur geht sie hellwach durchs Leben, wissend, dass sie jeden Augenblick einen Fehler begehen könnte. Wenn sie im Laufe des Tages etwas Freizeit hat, geht sie ihre Nachbarn von der 5. Etage des Gebäudes besuchen. Sie sind beide große Fans von Fernsehserien. Danach geht sie wieder runter, und manchmal, nicht immer, kommt ihr Sohn gegen Mittag nach Hause. Der Sohn hat kein Geld, und die Mutter auch nicht, aber sie schafft es immer, ihm ein warmes Essen zu bieten. "Der Junge braucht Geld", ist das, was sie vor und nach dem Essen sagen würde. Nachher, wenn sie sich einen Moment umdrehen würde, würde der Sohn an das Portemonnaie der Mutter gehen.

Anna grübelt viel, und manchmal fühlt sie etwas in sich, etwas anderes als die ständige Unsicherheit, die ein Teil von ihr geworden ist. Anna arbeitet heimlich und zum Ausgleich muss sie mit einem 6 Monate alten Baby spazieren gehen. Manchmal dreht sie sich schnell um, mit dem komischen Gefühl, dass ihr jemand folgt - eine Art Vorahnung, die sie hat, wenn sie im Park spazieren geht. Trotzdem muss Anna weiter arbeiten. Sie sagt, dass sie es für ihren Sohn tut. So dass er eine Zukunft haben kann, obwohl der Preis am Anfang hoch ist. Zu hoch für jemanden, der so jung ist. Als Anna zurück zum neuen Wohnblock geht, deckt sie das Baby zu und dreht sich wieder um, aber es ist zu spät. Der Ehemann verließ gerade die Kneipe als er sie sah und da begann er ihr zu folgen. Trotzdem kommt Annas Figur immer weiter weg und verschwindet in der Menschenmenge.

Anna und ihr Mann haben nicht Vieles gemeinsam, obwohl beide unter einem Dach leben und im gleichen Bett schlafen. Und es scheint nicht so als hätten die beiden etwas Gemeinsames, außer den Sachen, die sie unternehmen. Anna ist gerade am Kochen, als der Man durch die Tür hereinkommt, mit einer Flasche in der Hand, als er sie von hinten angreift. Er packt sie an den Haaren, hält sie bis er sie zum Fallen bringt, überschüttet sie mit Benzin und zündet sie an.

Ich schrieb diese Kurzgeschichte für den Internationalen Frauentag (8. März). 2005 brachte sie auf das Buch Estrenes von der Universität Lleida heraus. Auch 2013 veröffentlichte sie ins Englische auf die amerikanische Literaturzeitschrift für Frauen 'When Women Waken' und 2014 ins Spanishe auf Resonancias Nr. 127, Éditions la Résonance, Frankreich. 2006 wurde eine zweite Kurzgeschichte ins Deutsche übersetzt: 2066. Die Zeit der Korrektur hat begonnen. Auf der Startseite gibt es Übersichten meiner Romane und eine kurze Biografie auf Deutsch. Leider ist der ganze Inhalt der Homepage nur auf Katalanisch und Spanisch.

CATALÀ    ESPAÑOL    ENGLISH    DEUTSCH


Anna und ihr Schatten, der sich seit der ersten Morgenstunde an der Wand abzeichnet, beginnt dahinzuschwinden. Anna und dieser Schatten, der von Wand zu Wand wechselt, sollte nicht hier eingesperrt sein. Sie könnte einfach den Koffer packen und fortgehen, doch sie kann nicht erkennen, was vor ihr liegt. Sie kannte mehr, aber es ist ihr entfallen. Jetzt schafft sie es nicht mehr, zwischen dem zu unterscheiden, was sie werden wollte, und dem, was sie geworden ist. Sie lebt in einer 60m²-Wohnung des sozialen Wohnungsbaus und hat denselben zum Ehemann, der sie mit siebzehn schwanger zurückgelassen hat. Der Sohn ist vor langer Zeit fortgegangen, weil er im Unterschied zu ihnen die Welt aus einem neuen Blickwinkel sehen wollte. Jetzt lernt der Sohn das Zimmermannhandwerk und sieht die Gebäude des sozialen Wohnungsbaus so klar und grau wie zuvor, egal ob er sein Mietnest betritt oder verlässt, ob mit oder ohne Freundin, mit gebraucht gekauftem Motorrad oder zu Fuß. Anna wollte etwas werden, man konnte sagen, dass sie weit kommen wollte, wohin wusste sie nicht, auch wenn sie dorthin kommen wollte, wo sie bald sein würde. Und sie wurde mit achtzehn Mutter, die erste in ihrem Jahrgang, ein totaler Erstling. Danach kamen ein paar Weitere.

Früher arbeitete sie als Verkäuferin und der Umgang mit Kunden machte ihr Spass. Da war bloss eine Sache, die ihr Mann nicht ausstehen konnte: Ihr Chef schob ständig Geld hin und her.  Ihr Ehemann war misstrauisch,  weil Sie immer das ganze Geld einzahlen musste,  und etwas hielt ihn
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Mesa redonda en Fudan University, China

Salón literario en Sinan Mansion

Lectura en la East China Normal University

Charla en el Instituto Cervantes de China

Mesa redonda con escritores chinos e internacionales
Entrevistas sobre Creación literaria, Mujer y publicidad y La situación de la mujer en el mundo actual

An interview with author Núria Añó

Recepción de escritores en Shanghái

Lectura en la Asociación de Escritores de Shanghái
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"Hier denkt man in einfachen mathematischen Kategorien. Wer arbeitet, schafft Geld heran, wer im Ruhestand ist, gibt es aus."
--2066. Die Zeit der Korrektur hat begonnen

"Sie könnte einfach den Koffer packen und fortgehen, doch sie kann nicht erkennen, was vor ihr liegt."
--Vorahnung

Núria Añó was born in Lleida, North East Spain, in 1973. She is a Catalan/Spanish writer, a translator and a regular speaker at conferences and symposia, where she gives papers on literary creation, films, cities or authors like Elfriede Jelinek, Patricia Highsmith, Salka Viertel, Karen Blixen, Alexandre Dumas or Franz Werfel at University of Lleida (UdL), Tunis University, University of Jaén (UJA), International University of Andalucía (UNIA) or Spanish National Research Council (CSIC-Madrid).
Her first story was published in 1990. Other short stories and essays were published in anthologies such as Dones i literatura a Lleida (1997); VIII Concurs de Narrativa Literària Mercè Rodoreda (1997); Estrenes (2005); Escata de drac (2012); Des lettres et des femmes... La femme face aux défis de l'histoire (2013); Fábula  (2013); Grief (2014); Resonancias (2014); Les romancières sentimentales: nouvelles approches, nouvelles perspectives (2014); Letralia, Year XXI (2016); Cien años del Genocidio Armenio: Un siglo de silencio (Editarx, 2016); Revista Narrativas, no. 43 (2016) and in L'art de l'adaptation: féminité et roman populaire (University of Lleida, 2016).
Her novel Els nens de l'Elisa [Elisa's Children] was third among the finalists for the 24th Ramon Llull Prize for Catalan Literature and was published in 2006. L'escriptora morta [The Dead Writer], in 2008; Núvols baixos [Low Clouds], in 2009, and La mirada del fill [The Son's Gaze], in 2012. She is currently finishing a biography of screenwriter Salka Viertel, a Jewish salonnière and well-known in Hollywood in the thirties as a specialist on Greta Garbo scripts.
The short story 2066. Beginning the age of correction, written in Catalan, was published in the European magazine Cafébabel and translated into Spanish, French, English, Italian, German and Polish. Presage is also published in the American literary journal When Women Waken.
Her writing focus on the characters' psychology, generally antiheroes. The characters are the most important in her books, much more than the topic, due to "an introspection, a reflection, not sentimental, but feminine". Her novels cover a multitude of topics, treat actual and socially relevant problems such as injustices or poor communication between people and frequently, the core of her stories remains unexplained. Añó asks the reader to discover the "deeper meaning" and to become involved in the events presented. Read more
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Literary Prizes/ Awards:
2017. Awarded at the Baltic Centre for Writers and Translators in Sweden.
2016. Awarded at the Shanghai Writing Program, hosted by the Shanghai Writer's Association.
2016. Awarded by the Culture Association Nuoren Voiman Liitto to be a resident at Villa Sarkia in Finland.
2004. Third among the finalists for the 24th Ramon Llull Prize for Catalan Literature.
1997. Finalist for the 8th Mercè Rodoreda Prize for Catalan Short Stories.
1996. Awarded the 18th City of Almenara Joan Fuster Prize for Fiction.


Lesen | 'Vorahnung' von Núria Añó

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